NAD fürs Heimkino: T758 V3, T777 V3, M17 V2, M27

Seit 1972 ist NAD fester Bestandteil des HiFi-Marktes und hat, etwa mit dem legendären NAD 3020 Verstärker oder den aktuellen Kooperationen mit Bluesound und Dali, schon mehr als einmal handwerkliches und strategisches Geschick bewiesen. Das gilt ebenfalls für NADs Heimkino-Komponenten und so ist es höchste Zeit diese hier einmal vorzustellen.

NAD bei HiFi im Hinterhof

NAD im Heimkino: Komponenten im Überblick & modularer Aufbau

Bevor wir ins Detail gehen, starten wir mit einem kurzen Gesamtüberblick zu den Heimkino-Komponenten von NAD in unserem Sortiment und einem allgemeinen Hinweis zum grundsätzlich modularen (!) Aufbau der NAD-Geräte: Aktuell haben wir die zwei 7.1 AV-Receiver NAD T758 V3 und NAD T777 V3 sowie die separaten Vor- und Endstufen-Komponenten NAD M17 V2 und NAD M27 in unserem Programm. Darüber hinaus führen wir auch die NAD CI Serie, eine Reihe von Rack-Komponenten, die für Custom-Installationen oder auch als Ergänzung zu den genannten AV-Produkten in Frage kommen (siehe unten).

Die Namenszusätze „V2“ bzw. „V3“ deuten bereits auf NADs Modular-Konzept MDC (Modular Design Construction) hin. Das funktioniert folgendermaßen: Erwerben Sie ein Neugerät, dann ist dieses selbstverständlich up-to-date und es gibt in der Regel vorerst nichts weiter zu tun. Werden zu einem späteren Zeitpunkt relevante Updates oder neue Schnittstellen verfügbar – als Beispiel aus der Vergangenheit sei hier etwa das Modul VM300 mit einem HDMI- und BluOS-Upgrade genannt – können einzelne Platinen-Elemente nachgekauft und getauscht werden. Eine Übersicht zu allen aktuell erhältlichen Modulen finden Sie auf der Website von NAD.

Der NAD T777 V3 im Fokus

Nach diesen einführenden Bemerkungen, widmen wir uns nun dem AV-Receiver T777 V3, da dieses Modell durch seine Mittelposition im NAD-Portfolio eine gute Möglichkeit bietet, um Vergleiche zum kleineren Receiver und zu den Einzelkomponenten der M-Serie zu ziehen. Lediglich in Anthrazit erhältlich kommt der T777 V3 in einem schlichten, aber wertigen Gehäuse, das an der Front über ein zentrales Display sowie eine Reihe übersichtlich platzierter Bedienelemente verfügt. Hervorzuheben sind die frontseitigen Eingänge: Der vergoldete 6,3 mm Kopfhörerausgang links stellt einen dezenten Hinweis auf den audiophilen Anspruch im Hause NAD dar. Hinter der Abdeckung rechts stehen zusätzlich ein Cinch-, ein 3,5 mm Klinken- sowie ein HDMI-Eingang (Version 1.4) zur Verfügung.

Die NAD T777 V3 Front

Alle weiteren Anschlüsse befinden sich auf der Rückseite und dort erkennt man gut die jeweils einzeln mit der Gehäuserückseite verschraubten Module: Zwischen der Digital- und der Analog-Sektion ist ein noch freier Slot mit einer Blende versehen. Wir sehen an dieser Stelle davon ab alle Anschlussmöglichkeiten im Detail zu besprechen und konzentrieren uns stattdessen auf jene Schnittstellen, die in direktem Zusammenhang mit den besonders charakteristischen Features des T777 V3 stehen.

Zunächst erlauben es alle fünf HDMI-Eingänge auf der Rückseite 4K-Material (60 fps, 4:4:4) mit erweitertem Farbraum (HDR 10, Dolby Vision) einzuspeisen. Die Signale werden durch das interne Processing des AV-Receivers nicht beeinflusst, Bildverschönerung fällt konsequenterweise nicht das Aufgabengebiet des T777 V3.

Die NAD T777 V3 Rückseite

Weiterhin interessant sind die Digital-Eingänge, insbesondere die USB-Schnittstelle, an die das im Lieferumfang enthaltene BluOS-Kit angeschlossen werden kann. So wird der AV-Receiver zur vollständigen Bluesound Streaming- und Multiroom-Zentrale und kann dementsprechend auch über die Bluesound-App angesteuert werden.

Das Modul zur Linken beherbergt vier Vorverstärker-Ausgänge, über die gegebenenfalls bis zu vier Höhenlautsprecher angesteuert werden können. Wenn es sich dabei nicht zufällig um Aktivlautsprecher handelt, bedarf es freilich noch zusätzlicher Leistungsverstärker. Da trifft es sich gut, dass NAD mit dem CI 940 selbst eine passende Lösung anbietet. Zusammen mit den sieben, klanglich ausgezeichnet abgestimmten Verstärkerkanälen, die der T777 V3 an Bord hat, steht so auch anspruchsvolleren Heimkino-Setups nichts im Weg.

Dirac Live

Dafür, dass der NAD AV-Receiver sein Potenzial in verschiedenen räumlichen Gegebenheiten voll entfalten kann, sorgt das Einmesssystem Dirac Live, das hier in der Lite-Version beiliegt. Die Frequenzkorrektur ist auf den Bereich zwischen 20 und 500 Hz beschränkt, ein kostenpflichtiges Upgrade schaltet das gesamte Spektrum frei (99$). Mittels des beiliegenden Messmikrofons und eines über das Netzwerk mit dem T777 V3 verbundenen Rechners lassen sich für sämtliche Kanäle Frequenz- und Impulskorrekturen berechnen und im Anschluss feinjustieren. Je nach Setup dauert das Procedere eine Weile, ist aber dank des gut gemachten Interfaces prinzipiell auch für Laien zu bewerkstelligen. Das passt übrigens gut zum gesamten Handling des T777 V3, der sich in jeder Hinsicht durch eine gut strukturierte und verständlich bezeichnete Menüstruktur hervortut. Belohnt werden die (erträglichen) Mühen schließlich mit einem digital optimierten Heimkino-Sound, der sich noch einmal deutlich fokussierter und aufgeräumter präsentiert und die klangliche Güte der Verstärkertechnik noch besser zur Geltung bringt.

Die Alternativen von NAD

Kommen wir nun noch einmal zu den anderen, eingangs erwähnten NAD-Komponenten zurück und setzen diese zum T777 V3 ins Verhältnis. Der T758 V3 rundet das NAD-Programm nach unten hin ab, verfügt aber über alle wesentlichen Funktionen, die das größere Modell auszeichnen. Abstriche müssen vor allem hinsichtlich der Leistungsreserven und der Anschlussvielfalt in Kauf genommen werden. Das Gegenteil gilt auf der anderen Seite für die Vor- Endstufenkombination bestehend aus M17 V2 und M27: Durch die Trennung der Verstärkerstufen ist natürlich ein deutlich luxuriöseres Schaltungsdesign, unter anderem mit dezidierten D/A-Wandlern pro Kanal und symmetrischen Ausgängen möglich. Das wirkt sich wiederum positiv auf die Performance der NAD-Heimkino-Kombi aus. Optisch schlägt NAD hier eine etwas andere Richtung ein, alle oben thematisierten Features finden sich aber selbstverständlich auch beim M17 V2.

Schlussgedanken

Kommen wir zum Schluss: Das Gesamtpaket aus Audio-Ingenieurskunst und Dirac Einmessung sorgt dafür, dass die NAD Heimkino-Komponenten in der ersten Liga mitspielen und das modulare MDC-Konzept garantiert auch langfristig unkomplizierten Heimkino-Spaß. Antesten!

Update 03.12.19:

In diesem Video von unserem Heimkino-Event 2019 referiert AV-Consultant Raphael Vogt unter anderem über Dirac Live.

Update 11.11.19:

Hier noch unser kurzes Video zu Dali, Dirac Live und NAD von der HiFi & Friends Messe 2019.

Dieser Post ist auch verfügbar auf: Englisch

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