Neue Vollverstärker: Mark Levinson 5802 und 5805

Auf der CES 2019 in Las Vegas wurden die zwei neuen Mark Levinson Vollverstärker No. 5802 und No. 5805 erstmals vorgestellt, diese Woche steht die Europa-Premiere auf der High End in München an. Dann dauert es hoffentlich nicht mehr lange, bis wir den 5802 und den 5805 auch vor Ort haben. Um die Wartezeit zu verkürzen, haben wir das Wichtigste schon mal zusammengetragen.

Überblick

Wir orientieren uns im Folgenden zunächst am 5805, da es sich hinsichtlich der Anschlussmöglichkeiten um das flexiblere Modell handelt, anschließend stellen wir die Besonderheiten des 5802 heraus. Grundsätzlich fußen nämlich beide Modelle im Kern auf demselben Konzept und weisen viele Gemeinsamkeiten auf. Wir beginnen also mit dem Gehäusedesign, das den Verstärker sofort und eindeutig als Mark Levinson Fabrikat identifiziert und sich gleichzeitig deutlich von den bekannten Modellen absetzt. So fällt der Korpus ein gutes Stück schlanker aus und bietet damit einen interessanten Kontrast zu den anderen, tendenziell eher bullig wirkenden Komponenten. Weiterhin hat sich auch die Front verändert, die jetzt eine Art Einsatz in der Mitte aufweist. Dort befinden sich das Display mit der roten, grob aufgelösten Segmentanzeige, der Menü-Button, ein Kopfhörer-Eingang (der Kopfhörer-Verstärker arbeitet übrigens im Class-A-Betrieb) sowie der Standby-Schalter. Links und rechts davon, eingelassen in die Vollaluminium-Frontplatte, sind die haptisch ausgezeichnet gelungenen Potentiometer für die Quellenauswahl und die Lautstärke platziert worden. Wo wir gerade beim Thema Steuerung sind: Eine Fernbedienung aus Vollaluminium ist selbstverständlich im Lieferumfang enthalten, dazu gibt es aber auch noch die Möglichkeit 5802 und 5805 über den Computer, genauer gesagt den Webbrowser zu konfigurieren – zu diesem Zweck befindet sich eine Ethernet-Buchse auf der Rückseite.

Im Hinblick auf den Funktionsumfang ist festzuhalten, dass der 5805 ein breites Spektrum an Möglichkeiten in ausgezeichneter Qualität bietet. Da wäre zunächst die hochwertige Phono-Stufe, die sich sowohl auf Moving-Coil- (MC) als auch Moving-Magnet-Systeme versteht, mit einem optional aktivierbaren Subsonic-Filter ausgestattet ist und über eine Matrix zum Einstellen von Kapazität und Widerstand für das jeweils verwendete Tonabnehmer-System verfügt. Darüber hinaus setzt sich die Vorstufe aus drei Analogeingängen – wobei einer symmetrisch im XLR-Format ausführt ist – und der Digital-Sektion zusammen. Dort arbeitet der sogenannte Mark Levinson Precision Link II DAC, der einen 32 Bit ESS Sabre D/A-Wandler mit modernster Filter- und Jitter-Korrektur-Technologie verknüpft. Zugang zur edlen Wandler-Architektur erhält man im Falle des 5805 über insgesamt vier Eingänge: USB (Typ B, asynchron), 2x optisch und 1x koaxial. Je nach gewähltem Eingang werden Auflösungen bis zu 192 kHz / 32 Bit (PCM) bzw. 5.6 MHz (DSD) wiedergeben werden. Außerdem stehen über das Menü eine Reihe verschiedener Filtercharakteristiken zur Auswahl, die den Klang auf subtile Weise formen – sieben an der Zahl für PCM-, vier für DSD-Signale. Last but not least wurde auch eine Lizenz für das spezielle High-Resolution-Format MQA (Master Quality Authenticated) eingekauft, sodass entsprechend kodierte Titel problemlos dekodieren lassen.

An dieser Stelle bietet es sich nun an einzuhaken und kurz auf den 5802 zu sprechen zu kommen: Dieser unterscheidet sich in erster Linie dadurch vom 5805, dass sämtliche Analog-Inputs zugunsten zusätzlicher Digital-Schnittstellen gestrichen wurden – hier finden sich zusätzlich ein zweiter Koaxial-Eingang und eine AES/EBU-XLR-Buchse, außerdem wurde ein aptX-HD-fähiges Bluetooth-Modul integriert.

Bei der Endstufen-Sektion gleichen sich beide Modellvarianten schließlich wieder. Wir haben es hier mit einem strikt getrennten Doppe-Mono-Aufbau zu tun, ein riesiger Ringkerntransformator mit getrennten Sekundärwicklungen für jeden Kanal thront am Kopfende des Verstärkers. Die Leistungstransistoren arbeiten im effizienten Class-AB-Betrieb, liefern satte 125 Watt an 8 bzw. 250 Watt an 4 Ohm und sollten damit für ausreichend Kraft in so ziemlich allen audiophilen Lebenslagen sorgen. Trotzdem stehen für den Fall der Fälle auch noch zwei Line-Outputs zur Verfügung, um das Vorverstärker-Signal abzugreifen und an einen anderen Leistungsverstärker weiterzuschicken.

Schlussgedanken

Mit den beiden Modellen der 5000-Serie bringt Mark Levinson zwei extrem performante Vollverstärker in Stellung, die durch den niedriger angesetzten Preis gleich nochmal interessanter werden. Wir freuen uns schon jetzt darauf, die Geräte vor Ort ausgiebig zu testen.

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