Hört, hört! Neues Jahr – neues Glück – am besten mit guter Musik…

Musik stellt für viele Menschen einen Schlüssel zu sich selbst, zur inneren Ruhe und tiefster Entspannung dar. Es gibt nicht viele Dinge, die uns so mit Glück erfüllen und so einen nachhaltigen Einfluss auf unser Leben haben. Musik beschäftigt Neurowissenschaftler, Psychologen und Evolutionsforscher, die wissen wollen, was ihren Sog ausmacht. Wir haben uns zum Auftakt des neuen Jahres das Thema mal näher angeschaut und dabei interessante Einblicke gewonnen. Viel Freude beim Lesen und ein glückliches 2023!

Die Wirkung der Musik

Beim Sport animiert sie uns zu Höchstleistungen. In der Küche schnibbeln wir das Gemüse in ihrem Takt. Sie treibt uns Tränen in die Augen und berührt uns bis ins Mark. Die Forschung hat gezeigt, dass das Hören von Musik eine große Macht auf uns hat. Sie wirkt auf allen Ebenen des Gehirns, holt unsere Emotionen hervor und wirkt sich auf verschiedene physikalische Abläufe im Körper aus. Je nach Musik kann sie zu einem erhöhten Herzschlag und Puls führen, die Atemfrequenz beeinflussen und zu einem Wohlgefühl im Körper beitragen. Eine Erklärung dafür liegt im limbischen System unseres Gehirns. Es urteilt darüber, ob uns die Klänge gefallen oder nicht und lässt die damit verbundenen Gefühle entstehen. Je nach Musikrichtung werden Hormone freigesetzt, die uns helfen. Sanfte, langsame Klänge sind stressmindernd, da Noradrenalin ausgeschüttet wird, aufputschende Musik bewirkt eine Adrenalin-Ausschüttung und motiviert. Unsere Muskelfunktion wird schneller. Zudem werden zahlreiche Endorphine freigesetzt.

Glückshormone

Musik ist wie eine Belohnung fürs Gehirn. Viele Forscher vermuten im Belohnungssystem des Gehirns die Antwort auf ihre Frage: Warum macht Musik glücklich? Wenn wir Musik hören, kommen unbewusst Erwartungen auf, wie das Stück weitergehen wird. Diese Annahmen gründen entweder darauf, dass wir das Lied schon kennen, oder darauf, dass wir mit gängigen, kulturell-bedingten Musik-Mustern vertraut sind. Beim Hören vertrauter Musik werden Glückshormone wie Dopamin und Serotonin ausgeschüttet. Ein wichtiger Aspekt ist, dass Musik zwar etwas Erwartbares haben muss, um das Belohnungszentrum in Aktion zu bringen, gleichzeitig aber eben auch etwas Unerwartbares, etwas das uns überrascht. Die Mischung aus dem Unerwarteten und dem Erwarteten macht den besonderen musikalischen Kick aus.

Musik hören

Der Gänsehaut-Effekt

Das ist wie eine Welle, die sich im ganzen Körper ausbreitet, auch das Herz schneller schlagen lässt und auf der Haut diesen wohligen Schauer hinterlässt. Berührt uns ein Musikstück stark, kann es vorkommen, dass uns eine Gänsehaut überfällt. Womit hängt das zusammen, fragte sich Harvard-Student Matthew Sachs und forschte nach. Seiner Studie nach ist es nicht selbstverständlich so zu fühlen. Er ist zu dem Ergebnis gelangt, dass Personen, die beim Musikhören eine Gänsehaut bekommen, eine andere Gehirnstruktur aufweisen als die, die es nicht tun. Unterschiedliche Bereiche des Gehirns, die für Emotionen verantwortlich sind, sind offenbar intensiver miteinander verknüpft. Aus der Neurobiologie wissen wir, dass sich unser Gehirn auf einen Gänsehautmoment vorbereitet – und zwar schon dann, wenn wir erst ahnen, dass gleich eine aufregende Stelle in der Musik kommt. Bei musikalischer Anhedonie funktioniert diese Verarbeitung im Belohnungszentrum des Gehirns allerdings nicht. Die Betroffenen empfinden nichts, wenn sie Musik hören. Ein rätselhafter Fakt, zu dem es noch wenige Forschungsergebnisse gibt. Eine allgemeingültige Formel für Gänsehaut-Musik, die bei uns allen gleichermaßen wirkt, gibt es nicht. Ob der Effekt eintritt, hängt von den individuellen Hörgewohnheiten und Präferenzen ab. Sachs hofft durch weitere Untersuchungen an mehr Informationen zwischen Emotionen und Musik und den Auswirkungen auf den Menschen zu bekommen und damit neue Therapiemöglichkeiten in der Medizin zu schaffen.

Musik als Therapie

Die Forschung hat gezeigt, dass das Hören von Musik das Ausmaß von Krankheiten durch die Verbesserung unserer Stimmung verringern kann. Sie wirkt beruhigend und entspannend und ist daher wie Balsam für unsere Seele. Deshalb wird sie bei vielen Therapien, wie Alzheimer, Burn-out, Depressionen oder Autismus sowie bei der Behandlung von zu früh geborenen Babys, eingesetzt. Sie hilft Schmerzen zu lindern oder Erkrankungen wie Bluthochdruck oder Migräne wieder in den Griff zu bekommen.

78 Minuten Musik um gesund zu bleiben

Der Streamingdienst Deezer wollte es genauer wissen und hat eine Studie in Auftrag gegeben, die die „empfohlene Tagesdosis“ von Musik ermitteln sollte, um gesund zu bleiben. Die Auswertung ergab, dass uns 78 Minuten Musik am Tag dabei helfen können. Dabei ist Pop offenbar für Glücksgefühle zuständig, Klassik dient zur Entspannung und Rock zum Frustabbau.

Unsere innere Musikbibliothek

Unser musikalisches Gedächtnis ist sehr dauerhaft. Wenn ein Musikstück stark mit einer Erinnerung verbunden ist, holt das Hören der Musik diese Erinnerung wieder hoch. Innerhalb kürzester Zeit findet ein Abgleich statt, ob wir den Song kennen und ob wir etwas mit ihm verbinden. Das kann sowohl eine positive als auch eine negative Erfahrung sein. Sie knüpft sich meist an eine bestimmte Situation oder an einen Lebensabschnitt. In der Forschung wird dieser Aspekt „Casablanca-Effekt“ genannt. Im Kultfilm „Casablanca“ bittet Ilsa, alias Ingrid Bergmann, den Barpianisten Sam das Lied „ As time goes by“ mehrmals zu spielen, damit sich Rick, alias Humphrey Bogart, an seine längst vergangene Liebe erinnert. Dank dieser hohen Emotionalität kann Musik besonders Demenzerkrankten helfen sich zumindest temporär wieder zu erinnern und für einen Moment wieder verbunden mit der eigenen Vergangenheit zu sein.

Musikanlage

Phänomen Ohrwurm

Es braucht nicht viel, um einen Ohrwurm zu bekommen. Ein eingängiger Song, den wir vielleicht nur nebenbei im Radio hören, reicht da meist schon. Die Melodie oder der Refrain bohrt sich in unser Unterbewusstsein und kommt plötzlich – ohne jegliche Vorwarnung – aus den Tiefen wieder empor. Für einen Moment kann das noch ganz nett sein, doch dann wird der Song schnell penetrant. Um einen Ohrwurm zu bekommen, muss man das Musikstück auch nicht mögen. Das Problem ist, man kann ihn – ob man das Lied nun mag oder nicht – nicht abstellen. Wissenschaftler haben herausgefunden, dass wir vom Ohrwurm befallen werden, wenn wir nicht viel zu tun haben, unser Gehirn also noch Kapazitäten hat. Wären wir gerade hochkonzentriert, könnte er sich nicht einnisten. Wie werden wir ihn also wieder los? Es soll helfen, wenn wir uns fest auf etwas anderes fokussieren: Zum Beispiel ein Rätsel lösen. Oder aber Kaugummi kauen. Die Mundbewegung hemmt den Ohrwurm angeblich daran weiterhin sein Unwesen zu treiben.

Musik kann Leben retten

Am besten wäre, es käme nicht dazu. Aber so ist es leider nicht. In Deutschland erleiden etwa  60.000 Menschen im Jahr einen Herzstillstand. Wer als Ersthelfer eine Reanimation richtig durchführt, kann die Lebenschancen deutlich erhöhen. Eine Herzdruckmassage mit 100 bis 120 Schlägen pro Minute ist optimal, doch in der Notsituation kann es schwierig sein diesen Rhythmus richtig einzuhalten. Helfen können in diesem Augenblick Lieder, die sich in unser musikalisches Gedächtnis eingeprägt haben und deren Rhytmus daher schnell abrufbar ist. Eine Herzdruckmassage ist sehr anstrengend, man muss durchzuhalten bis der Rettungswagen kommt, so ein Takt im Ohr kann uns im Extremfall zu Höchstleistungen antreiben. Bekannte Lebensretter-Songs sind: “Stayin Alive” von den Bee Gees, “Highway to Hell” von AC/DC oder “I will Survive” von Gloria Gaynor.

Musik beeinflusst unser Einkaufsverhalten

Unsere Kauflust wir über die Hintergrundmusik gelenkt. Eine Studie hat gezeigt, dass französische Musik im Supermarkt die Menschen dazu angeregt hat nach einem französischen Wein zu greifen, bei deutscher Musik entschieden sich die meisten für deutschen Wein. Nach dem Kauf wurde festgestellt, dass sich die Kundschaft über das „Musikhören“ nicht bewusst war. Hintergrundmusik soll eine angenehme Atmosphäre schaffen, den stressigen Alltag entschleunigen, das Erlebnis eines schönen Einkaufsbummels vermitteln oder – im Fall des Weins – vielleicht eine Erinnerung an den letzten Frankreichurlaub wachrufen.

Was Musik mit uns macht und welche Macht Musik über uns hat

Musik macht uns also glücklich, sie beruhigt, schafft unvergessliche Augenblicke und hält Erinnerungen daran wach, sie ist Balsam für die Seele und verbindet Menschen weltweit. „Ohne Musik wäre unser Leben ein Irrtum“, philosophierte bereits Friedrich Nietzsche. Da könnte man hinzufügen, ohne GUTE Musik wäre das Leben ein Irrtum, aber über Geschmäcker und Vorlieben lässt sich bekanntlich streiten. Die Hauptsache ist die Freude daran.

Wir hoffen, wir können dazu beitragen, dass Sie entspannt durch den Tag gehen und laden Sie in unsere Studios zu einem Hörgenuss der Extraklasse ein. Auf bald!



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