Elitärer Hörgenuss: Mezes Empyrean in der Elite-Version?

In den vergangenen Wochen haben wir Ihnen einen kleinen Ausblick auf unsere kommenden Kopfhörer Highlights gegeben. Heute wollen wir Ihnen mit dem Meze Elite eins davon vorstellen. Und zwar anhand eines Vergleichs mit dem bereits herausragenden Vorgängermodell Meze Empyrean.

Die Firma Meze ist bekannt für spannende und wegweisende Innovationen. Ihren Stellenwert als Hersteller von Referenzprodukten, verdanken sie ihrem gelungenen Spagat zwischen ausgezeichnetem Klang, langanhaltendem Tragekomfort, eigenständigem Design, und der hochwertigen Verarbeitung edelster Werkstoffe.

Mit den Meze Empyrean konnte der Hersteller schon 2019 erste Maßstäbe setzen. Nicht nur auf Grund ihrer optischen Eleganz, insbesondere in Anbetracht ihrer hochwertigen Verarbeitung und den bronzefarbenen Details heben sie sich von anderen Kopfhörern ab. Allem voran ihr einzigartiger Klang machte sie ihrer Zeit zu den technologisch innovativsten offenen planar-magnetischen Kopfhörern auf dem Markt. (An dieser Stelle verlinken wir ein kurzes Informationsvideo zu den verschieden Kopfhörerbauweisen, für alle, die ihr Wissen etwas auffrischen wollen.)

TITEL

Die Meze Empyrean wurden in enger Zusammenarbeit mit dem ukrainischen Hersteller Rinaro Isodynamics entwickelt. In sich vereinen sie den ästhetischen und nutzernahen Anspruch Mezes mit den weitreichenden Erfahrungen und Entwicklungen auf dem Gebiet von planar-magnetischer Technologie Rinaros. Aus dieser fruchtbaren Kooperation ging zum einen der einzigartige Isodynamic Hybrid Array Driver hervor. Das hybride planar-magnetische Treiber Design bot bereits viele Vorteile gegenüber klassischen Bauweisen. Zum einen konnte durch das reduzierte Gewicht der Tragekomfort positiv beeinflusst werden. Zum anderen ermöglicht die Kombination einzelner Switchback- und spiralförmiger Schwingspulen, eine präzisere Ausrichtung des Schalls innerhalb der Ohrstruktur. Die einzigartige Bauform der Spiralspule ist direkt über dem Gehörgang positioniert und erzeugt eine erhöhte Offenlegung direkter Schallwellenfrequenzen über den 10-kHz-Bereich. Auf diese Weise wird der Einfluss kurzwelliger Zeitverzögerungen, auf Grund von Streufeldreflexionen, verringert, wodurch die Abbildung und Lokalisierung merklich verbessert wird. Bereits ihr Name lässt sich als Hinweis auf die himmlischen Ausmaße ihrer klanglichen Raumdimensionen deuten.

Zurecht stellt sich hieran anschließend die Frage, ob ein so hervorragend konzipierter Kopfhörer wie der Meze Empyrean überhaupt noch verbessert werden kann? Meze wäre allerdings nicht Meze, wenn die Antwort auf die Frage nicht “ja” lauten würde.

TITEL

Selbst wenn das Design der Meze Elite und ihre Materialgüte an die Empyrean erinnert, handelt es sich bei ihnen um weitaus mehr als lediglich einen Emyprean in Elite-Anstrich. Die Tatsache, dass alleine das Fräsen des Aluminium-Skeletts eines Kopfhörers bis zu 20 Stunden in Anspruch nehmen kann macht deutlich, dass wir es mit einem wirklich elitären Kopfhörer zu tun haben. Neben dem leicht überarbeiteten Blickfang einer Kopfhörerarchitektur konnte Meze dem Empyrean mit dem Elite tatsächlich an verschiedenen Stellen noch ein zwei Schüppen draufsetzen. Auch das Farbschema hat sich in Richtung eines klassischeren schwarz silbernen Look gewandelt. Wo bereits der Empyrean durch seinen für ein offenes Funktionsprinizip untypisch geringen Schallaustritt überzeugen und überraschen konnte, schafft es der Elite noch weniger als die meisten offenen Kopfhörer wie ein Lautsprecher für alle umstehenden Leute zu wirken. Ein flexibles und gleichzeitig stabiles Kopfband aus Kohlenstoff-Faser erlaubt einen Hörgenuss von Dauer für alle Kopfformen und Größen. Apropos Form. Während die meisten Hersteller von Kopfhörern auf runde, elliptische oder sogar rechteckige Ohrmuschelformen setzen hat Meze bereits beim Empyrean verstanden, dass die natürliche Form des Ohrs auch von der des Cups (und des Treibers) gespiegelt werden sollte um Reflexionen im Inneren der Hörmuschel vermeiden zu können. Sowohl die Meze Empyrean als auch die Meze Elite haben aus diesem Grund eher eiförmige Ohrmuscheln. Im Vergleich zu den 30 mm tiefen Alcantara Ohrpads des Empyreans sind die Alcantara und Leder Ohrpolster des Elites mit 25 mm, 5mm schmaler, was einen direkteren Klang als beim Empyrean zur Folge hat. Beim Elite kommt ebenfalls wieder der bereits erwähnte, gemeinsam mit Rinaro entwickelte Isodynamic Hybrid Array Driver zum Einsatz. Wobei der des Elites substantiellen Verbesserungen unterlag. So ist die akustische Performance noch spezifischer auf die unterschiedlichen Bereiche innerhalb der Ohrstruktur ausgerichtet. Durch eine erneute Verringerung kurzwelliger Zeitverzögerungen wird die klangliche Bühne noch deutlicher und nachvollziehbarer, sodass man teils fast meinen könnte sie würde sich bis über die eigenen Schultern hinaus erstrecken. Außerdem wurde durch eine Weiterentwicklung des Membran-Materials eine höhere Auflösung und Klangtreue erreicht. Klanglich bieten die Meze Elite alles, was, wenn nicht mehr als, man von Referenz-Kopfhörern innerhalb ihrer Preisklasse erwarten würde. Für einen offenen Kopfhörer präzise Bässe, klare und detaillierte Mitten und Höhen, die dem Klang ihre Definition entlocken. Ohne dabei einen analytischen Charakter anzunehmen bieten die Meze Elite jede Menge an Detailgenauigkeit, was sie nicht zuletzt ihrer großen Bühne und der damit verbundenen klanglichen Separierung zu verdanken haben. 

Vergleich und Fazit

Allen, die den Empyrean kennen. wird es schwer fallen sich vorzustellen, dass Meze es geschafft hat noch mehr aus einem Kopfhörer rauszuholen. Doch genau das ist der Fall. Selbst wenn es sich beim Vorgängermodell bereits um Stück Audiokunst handelte und dessen Klang bereits viele Konkurrenten im Regen stehen lässt, so stellt der Elite ein tatsächliches Upgrade zum Empyrean dar. Allerdings auch preislich. Gut um ein Viertel teurer als der Empyrean bringt der Elite eine stolze Summe mit sich. Wem bereits die Empyrean klanglich zugesagt haben, werden die Elite allerdings vom Hocker hauen. Weshalb der Preis in Zeiten in denen technischer Fortschritt und die preisliche Kurve nicht linear verlaufen gerechtfertigt ist. Soundtechnisch wohlklingend präzise, mit einer unaufdringlichen Präzision sowohl bei der Abbildung des Frequenzspektrums als auch der räumlichen Schichtung bringen die Kopfhörer Freude sowohl beim heimischen Eintauchen in das Lieblingsalbum als beim Musikgenuss unterwegs. Vor allem bietet sich der Elite zum Hören klassischer Musik an. Auf Grund der deutlichen Separierung und seiner enormen Bühne lassen sich die Sektionen gut heraushören, ohne, dass sie sich gegenseitig überlagern. Mit einer Impedanz von 32 Ohm lassen sie sich von sämtlichen Endgeräten bespielen, was ihren Einsatz zu einer flexiblen Angelegenheit werden lässt. Entsprechend Mezes Streben nach langwährenden Produkten, versprechen die Elite, sowohl vom Aussehen als auch vom Klang alle Modeerscheinungen zu überdauern und garantieren ein Leben lang Freude beim Musikhören. Sie sind zudem vollständig wartungsfähig, wodurch sie gleich über mehrere Leben verfügen und sich im Falle eines Falles flexibel alles austauschen lässt. Die Elite bilden ganz deutlich das obere Ende von dem was bei Kopfhörern möglich ist – zumindest bis zur nächsten Veröffentlichung aus dem Hause Meze.

 



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