Das Stereodreieck: Aufstellungsoptimierung beim Lautsprecher

Durch die richtige Aufstellung der Lautsprecher und einen entsprechend gewählten Hörplatz wird die Klangqualität Ihrer Stereowiedergabe deutlich positiv beeinflusst. Das Klangbild wirkt ausgewogener und natürlicher und erzeugt beim Hörer ein authentisches Musikerlebnis. Wir erklären im Folgenden, was es mit der Stereobühne auf sich hat.

Fehlerquellen

Im besten Fall wird durch die Verteilung des Schalls im Raum vor den Augen des Hörers eine Bühne erzeugt. Durch den Klang der Lautsprecher lässt sich in der Regel herausfinden, was an der Aufstellung verbessert werden könnte:

  • Ein diffuser Klang spricht für zu weit auseinanderstehende Lautsprecher oder zu viel Hall.
  • Wenn der Stereo-Effekt zu gering ausfällt, stehen die Lautsprecher zu nah beieinander.
  • Zu viel Bass spricht für nicht ausreichend Platz zu Seiten- oder Rückwänden. Gleichfalls könnte der Hörplatz zu nah an der Wand sein.
  • Zu wenig Bass wiederum kann an einer fälschlichen Verpolung der Kabelanschlüsse liegen. Ist dies nicht der Fall, sollte auch hier die Sitzposition neu gewählt werden.
  • Ein Hallproblem äußert sich in einem Klangbild, das verwaschen ist oder wenig Feinzeichnung hat. Ein Teppich oder Vorhänge schaffen dabei Abhilfe.

Ein großer Unterschied in der Klangqualität wird vor allem durch die Positionierung der Boxen und des Hörplatzes erzielt, worauf wir im Folgenden genauer eingehen möchten. Um den räumlichen Schalleindruck optimal abbilden zu können, sind zumeist nur ein paar Handgriffe nötig: Die Boxen-, Wand- und Hörabstände sollten optimiert und die Lautsprecher feinjustiert werden.

Aufbau eines Stereodreiecks

Bei der optimalen Stereobühne spielt die Symmetrie zwischen Lautsprechern und Hörposition eine entscheidende Rolle. Diese wird am schnellsten erreicht, indem man die Boxen und den Hörplatz in einem gleichschenkligen Dreieck anordnet. Das bedeutet, dass der Abstand zwischen den Speakern bestenfalls identisch mit dem Abstand zwischen Hörer und Box ist. Ist dies nicht der Fall, kommt es beim Abspielen der Musik zu einem zeitlichen Versatz des Schalls zwischen dem rechten und linken Ohr: Je nachdem, auf welcher Seite dieser zuerst auftrifft, wird er akustisch eingeordnet, was die Balance der Aufnahme verfälscht. Die räumliche Wahrnehmung, die im Gehirn entsteht, wenn die Töne rechts und links gleichzeitig auf unsere Ohren eintreffen, verschiebt sich. Daher führt eine symmetrische Ausrichtung dazu, dass der Schall vom rechten und vom linken Lautsprecher aus jeweils die gleiche Zeit benötigt, um am Ohr des Hörers anzukommen.

Wenn der Abstand zwischen den Speakern kleiner als der Hörabstand ist, verbessern sich zwar oft die Mittenortung und die Fokussierung der Darstellung, doch die Stereoabbildung leidet, wodurch der Klang weniger breit und unnatürlich wirkt. Ist der Abstand zwischen den Boxen wiederum größer als der Hörabstand, kann die Musik diffus klingen. Hier lässt sich also nur herumprobieren und testen, wie und vor allem wo sich die Lautsprecher am besten anhören.

Der Hörabstand sollte natürlich auch im Verhältnis zu der Größe der Lautsprecher stehen, da sein jeweiliges Abstrahlverhalten den optimalen Abstand angibt: Hat ein kleiner Speaker einen zu großen Hörabstand, führt das dazu, dass der Klang des Raumes überwiegt.

Übrigens: Falls die räumlichen Gegebenheiten die gleichschenklige Ausrichtung nicht ermöglichen, lassen sich bei manchen Aktivlautsprechern zum Teil via Software Laufzeiten, Frequenzanpassungen oder Höhenanhebungen beziehungsweise -absenkungen vornehmen, wodurch eine ungleiche Ausrichtung kompensiert werden kann. Mehr zum Thema aktive und passive Lautsprecher können Sie in diesem Artikel nachlesen.

Akustisch symmetrische Raumverhältnisse

Auch das Minimieren der Schallreflektionen durch die Seiten- beziehungsweise Rückwände ist bei der Aufstellung zu beachten. Um beispielsweise Überbetonungen im Bassbereich oder übermäßige Seitenreflexionen zu vermeiden, werden Lautsprecher im Idealfall so platziert, dass sie zu den Seitenwänden und der Rückwand einen Abstand aufweisen. Je freier ein Speaker im Raum steht, umso weniger Klangveränderungen erfolgen durch die Reflexionen. Aus räumlichen Gründen ist dies oftmals nicht möglich. Man sollte aber zumindest versuchen, auch in diesem Fall symmetrische Abstände einzuhalten und gegebenenfalls dafür sorgen, dass die Wände ähnliche Reflexionseigenschaften aufweisen, indem man beispielsweise eine der Wände mit einem Vorhang abhängt. Außerdem kann es hilfreich sein, die Lautsprecher zur Hörposition einzudrehen.

Der Schall tritt direkt bzw. via Wandreflektionen auf den Hörer

Einen Überblick zum Thema Raumakustik haben für für Sie in diesem Artikel zusammengestellt.
Wenn Sie darüber hinaus Fragen zur optimalen Aufstellung Ihrer Lautsprecher haben, helfen wir Ihnen gern. Sprechen Sie uns einfach an!



7 Antworten auf „Das Stereodreieck: Aufstellungsoptimierung beim Lautsprecher“

  1. Florian am

    Hallo,

    also es handelt sich beim Stereodreieck um ein gleichschenkliges Dreieck. Aber bei Euch im Artikel steht folgendes: “Das bedeutet, dass der Abstand zwischen den Speakern bestenfalls identisch mit dem Abstand zwischen Hörer und Box ist.” Das bedeutet aber das Ihr in diesem Zitat ein gleichseitiges Dreieck beschreibt. Was davon ist nun richtig? Laut Definition eines Stereodreiecks ist es das gleichschenklige Dreieck.

    Antworten
  2. Marius am

    Nice!

    Antworten
  3. Moritz am

    Um welche Lautsprecher handelt es sich in dem Bild zu dem Stereodreieck?

    Antworten
    • Elisa am

      Hallo und danke für die Frage.
      Bei den Lautsprechern handelt es sich um die Ascendo C8.
      Viele Grüße aus Kreuzberg

      Antworten
  4. Herb am

    Gibt es bestimmte DemoCDs, die bei der richtigen Aufstellung unterstützen?
    Z.B. Loriots Peter und der Wolf für Symmetriemitte, Roger Walters Amused to death, Titel 8 für Raumeffekte, ???

    Antworten
    • Elisa am

      Hallo Herbert,
      vielen Dank für die Frage.
      Das lässt sich so pauschal nicht sagen. Ein Kollege aus unserem HiFi-Studio hat ebenfalls den Roger Walters Titel empfohlen. Letztlich kommt es aber stark auf den Raum an, in dem die Lautsprecher aufgestellt werden. Ein Titel, der sich in einem Raum hervorragend zum Einmessen eignet, kann sich in einem anderen Raum auch gar nicht eignen und dann stellt sich vielleicht auch heraus, dass es schlimmere Situationen gibt, als dass der Klang nicht perfekt ist. Am wichtigsten ist, dass die Titel, die Sie gern hören, für Sie gut klingen. Daher empfehlen wir, einfach Ihre Lieblings CD einzulegen und dafür zu sorgen, dass diese klingt, wie sie klingen soll.
      Viele herzliche Grüße
      Elisa

      Antworten

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Weitere Beiträge
Neu: Oppo Sonica DAC – DAC & Streaming-Client
Grundlagen: Aktive und passive Lautsprecher