Heimkino deluxe: Die Trinnov Altitude 16 AV-Vorstufe

Die französische High-End Schmiede Trinnov ist nicht nur für ausgezeichnete Hardware, sondern insbesondere auch für ihre herausragende Raumkorrektur-Software bekannt. Beides zusammen genommen machte bereits die Altitude 32 zur State-of-the-art-Heimkino-Vorstufe und mit der sinnvoll entschlackten Altitude 16 ist das Konzept noch einmal runder, praxistauglicher und erschwinglicher geworden.

Die Trinnov Altitude 16 bei HiFi im Hinterhof

Design & Anschlüsse

Beim Erstkontakt mit der Altitude 16 Vorstufe ist sofort klar, dass man es mit einem maximal ambitionierten Produkt zu tun hat. Das schwarze Gehäuse ist solide konstruiert, die Haptik der Bedienelemente stimmt, die Buchsen auf der Rückseite sitzen fest in den Aussparungen und die massive Frontplatte aus Aluminium mit dem leicht nach rechts versetzten Display macht optisch Eindruck. Letztere wurde im Vergleich zur Altitude 32 zwar etwas weniger aufwändig gestaltet – das Logo ist beispielsweise aufgedruckt und nicht gefräst, die Bedienelemente wurden verändert und reduziert und der Kopfhörer-Anschluss gestrichen –, wirkt gerade dadurch aber ein gutes Stück geradliniger und insgesamt stimmiger.

Die Anschlüsse der Trinnov Altitude 16

Die Anschlussmöglichkeiten sind zahlreich und wir beschränken uns daher an dieser Stelle auf einige interessante Aspekte: Hier wäre zunächst das HDMI-Board zu erwähnen, das ab Werk sieben Eingänge (3x HMDI 1.4, 4x HMDI 2.0b) und zwei Ausgänge (1x HMDI 1.4, 1x HMDI 2.0b) bietet. Die Inputs 5-7 sowie der zweite Output sind noch einmal besonders hervorzuheben, da diese die maximalen 18Gps durchleiten; die wichtigsten HDR-Standards inklusive Dolby Vision verarbeiten wiederum alle Kanäle. Auf der Rückseite befindet sich außerdem noch eine achte Aussparung, die jedoch verschlossen ist. Die Idee: Sobald der nächste HMDI-Standard veröffentlicht wird, der Hardware-Modifikationen einschließt, lässt sich die Trinnov Altitude 16 entsprechend nachrüsten. Einen kleinen Wermutstropfen gibt es auch; eine HDMI-Schnittstelle mit ARC-Funktion (Audio-Return-Channel) sucht man leider vergebens.

Die linke Partie der Trinnov Altitude 16 im Detail

Weiterhin bemerkenswert sind jene Anschlüsse, die man eher an einem Computer denn an einer AV-Vorstufe vermuten würde. Tatsächlich können dort Monitor, Tastatur und Maus angeschlossen werden, um die Altitude 16 zu konfigurieren (dazu später mehr). Alternativ kann das GUI in reduzierter Form auch über den Webbrowser an einem externen Computer oder Smart-Device aufgerufen werden, wenn beide Geräte mit dem Netzwerk verbunden sind. Mit der Fernbedienung und den Tasten am Gerät lassen sich lediglich die wichtigsten Einstellungen im täglichen Gebrauch vornehmen, tiefergehende Eingriffe in das Setup sind auf diesem Weg nicht möglich.

Noch ein letzter Punkt: Während es Konkurrenzprodukte gibt, die zusätzlich zur eigentlichen Kernkompetenz noch ein ganzes Arsenal an Streaming-Features mitbringen, ist die Altitude 16 in dieser Hinsicht eher spartanisch ausgestattet: Nur das UPnP-Protokoll und die Streaming-Plattform Roon werden unterstützt.

Die rechte Partie der Trinnov Altitude 16 im Detail

Die Audio-Sektion: Unendliche Möglichkeiten

Besondere Aufmerksamkeit verdient die Trinnov Vorstufe natürlich vor allem wegen ihrer klanglichen Möglichkeiten und das in zweifacher Hinsicht: Zum einen ist damit die generelle klangliche Güte gemeint, die beispielsweise durch eine strikte Trennung in eine Eingangs- und eine Ausgangsplatine erreicht wird, zum anderen bietet die Altitude 16 eine Fülle an Konfigurations- und Anpassungsmöglichkeiten, die ein hohes Maß an Fein-Tuning erlauben und in diesem Umfang selten anzutreffen sind. Das Ganze firmiert unter dem Titel „Optimizer“ und auch hier beschränken wir uns im Folgenden auf ein paar wesentliche Aspekte. So ist zunächst festzuhalten, dass quasi vollkommene Freiheit bei der Zuteilung der Kanäle besteht. Es darf also auch über die Standard-Setups hinaus nach Herzenslust ergänzt, modifiziert und experimentiert werden.

Klingt nicht nur gut, sieht auch gut aus: Die Trinnov Altitude 16

Darüber hinaus kommt dem Einmessmikrofon eine besondere Rolle bei der Erfassung der gegebenen Raum- und Lautsprecher-Situation zu. Es handelt sich dabei nicht um ein herkömmliches Mikrofon, vielmehr kommen gleich vier Kapseln zum Einsatz um eine Art akustisches 3D-Modell zu erstellen. Dabei ist wichtig zu erwähnen, dass das Mikrofon nicht im Lieferumfang enthalten ist. Das ist nachvollziehbar, da sicherlich die wenigsten Endkunden die Konfiguration ohne externe Hilfe vornehmen werden. Ist die Einmessung abgeschlossen, kann es so richtig loslegen. Filter, Equalizer, Crossover-Frequenzen können global, in Gruppen oder individuell festgelegt und anschließend vielfältig weiter modifiziert werden, die Remapping-Funktion bügelt Probleme aus, die auf eine nicht optimale Aufstellung der Lautsprecher im Raum zurückzuführen sind.

Damit ist das Mögliche noch nicht erschöpfend dargestellt, wir belassen es jedoch bei dem gesagten und machen lieber noch ein paar allgemeine Bemerkungen. Der Optimizer ist vorbildlich organisiert, Speicherplätze stehen mehr als ausreichend zur Verfügung, schnelle A/B-Vergleiche sind ebenfalls möglich und der neue, durchdachte Setup-Assistent hilft bei der Einrichtung. Trotzdem ist die detaillierte Konfiguration der Altitude 16 ein größeres Projekt – dessen muss man sich einfach nur vorab bewusst sein und sich ggf. Unterstützung holen. Obwohl bei so viel DSP-Einsatz zu befürchten steht, es entstehe möglicherweise ein unnatürliches Klangeindruck, können wir in dieser Hinsicht Entwarnung gegeben: richtig eingestellt klingt die Altitude 16 fantastisch und bietet eine Plastizität, Räumlichkeit und Detailzeichnung, die man nicht jeden Tag hört.

Keine Verwechslungsgefahr: Das Trinnov Logo

Was wir noch gar nicht erwähnt haben: Selbstverständlich werden die bekannten 3D-Surround-Standards Dolby Atmos, DTS:X sowie Auro 3D und darüber hinaus so ziemlich alle anderen relevanten Formate unterstützt.

Schlussbemerkungen

Kurz und bündig: Die Trinnov Altitude 16 ist eine ausgezeichnet klingende AV-Vorstufe und bietet ein ganzes Arsenal an herausragenden DSP-Tools um eine mitreißende Heimkino-Performance zu gewährleisten. Antesten!

Update 03.12.19:

In diesem Video von unserem Heimkino-Event 2019 referiert AV-Consultant Raphael Vogt unter anderem über den Trinnov Optimizer.

Dieser Post ist auch verfügbar auf: Englisch

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